
Die Brombeeren (Rubus fruticosus agg.) gehören zu
der umfangreichen und weltweit verbreiteten Pflanzengattung Rubus aus der
Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Allein in Deutschland sind die
Brombeeren mit über 400 Arten vertreten. Man teilt die Brombeeren in zwei
große Gruppen auf, die Echten Brombeeren (Rubus fruticosus agg.) und die
Haselblatt-Brombeeren (Rubus corylifolius agg.).
Das Wort Brombeere - auch Schwarzbeere oder Kratzbeere genannt - ist eine
Variation des altdeutschen Wortes für Dornbeere
Brombeeren sind Kletterpflanzen (Spreizklimmer) und werden zwischen 50 und
300 cm hoch; die Stängel sind sehr stachelig und verholzen. Die Stacheln
dienen dabei als Kletterhilfe und Fraßschutz. An den Trieben, die die
Pflanze ausbildet, sitzen wechselständig unpaarig drei-, fünf- und
siebenzählige gefiederte, gezähnte Blätter, die im Herbst nicht abgeworfen
werden.
Erst im zweiten Jahr bildet die Pflanze von den einzelnen Trieben abgehend
spezielle Seitentriebe, an deren Ende sich die Blütenstände befinden.
Zwischen Juni und August bilden sich die meist weißen, selten rosafarbenen
Blüten aus. Jede Blüte hat jeweils 5 Kelch- und Kronblätter und über 20
Staub- und Fruchtblätter. Der Blütenboden ist vorgewölbt. Nach der Blüte
sterben die Triebe ab.
Die blauschwarzen Früchte sind, anders als der Name der Pflanze
suggeriert, keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte, die sich aus den
einzelnen Fruchtblättern bilden: Jede ihrer kleinen Einzelbeeren ist im
Aufbau einer Steinfrucht (zum Beispiel Kirsche) gleich und hat wie diese
eine dünne Außenhaut. Anders als bei der Himbeere ist die Frucht fest an
den Blütenboden gebunden. Sie ist saftig und wohlschmeckend und kann von
Juli bis Oktober gesammelt werden.
Die Brombeerblätter sind reich an Gerbstoffen, enthalten Flavone,
Anthocyanidine, Spuren von ätherischem Öl und organische Substanzen. Die
Früchte enthalten Vitamin A und C. Auch kleinere Mengen Ellagsäure sind in
der Frucht enthalten. |